7 Yoga-Sünden, die du besser nur zuhause begehst

Letzte Woche hatte ich die große Ehre, so etwas wie ein Champions League Spiel unter den Yogaklassen zu besuchen: Ein dreistündiger Workshop mit der Jivamukti Yoga-Gründerin Sharon Gannon in München. Vor dem Event war ich etwas nervös. Diese Frau kann von sich wirklich behaupten, etwas Schönes und Gutes erfunden zu haben. Ihr Bild thront weltweit auf jedem Jivamukti-Altar und jeder, der sie kennen gelernt hat, lässt ausschließlich Gutes an ihr. Na gut, jeder, der sie kennen gelernt hat, ist wahrscheinlich Yogalehrer und spricht schon aus Karmagründen niemals schlecht über jemand anderen. Egal. Sharon Gannon ist mindestens Champions League und ich höchstens besseres Amateurniveau wie mein geliebter Karlsruher SC. Also auf der Matte stets bemüht, aber immerhin mit dem Herzen dabei.

Meine Aufregung vor der Klasse war dann total unnötig, denn schon auf dem Weg dorthin traf ich Rebecca von Fuck Lucky Go Happy und vor Ort auch noch Moritz und Niklas von Peace Yoga. Neben dieser Berliner Yoga-Prominenz würde ich zwar nicht unbedingt eine gute Figur machen, sie würden es mir aber auch nicht zu übel nehmen, wenn ich auf sie drauf kippe oder emotional außer Kontrolle gerate. Talking about Karma. Außerdem hatte ich mir aus Respekt ausnahmsweise ein „richtiges“ Yoga-Outfit angezogen, also nicht irgend ein altes Metal-Bandshirt und die geliebten Leggings. Zuhause geht das klar, aber in der Yogaklasse?

Heimspiel vs. Auswärtsspiel

Aufgrund meines etwas knappen Lebenszeitplans im Moment (demnächst mehr dazu), übe ich wieder relativ viel alleine zuhause. Ich mag es aber auch, besonders wenn ich wirklich früh aufstehen und mit Yoga entspannt in den Tag starten kann. Allerdings gebe ich zu, dass ich bei der Heimpraxis manchmal kein besonders guter Yogi bin und ich glaube/hoffe/bete, damit bin ich nicht alleine. Folgende Dinge würde ich in dieser Form nämlich niemals im Yogastudio machen, daheim ist das aber manchmal (unter bestimmten ungünstigen Umständen) irgendwie okay:

1. Dein Outfit lässt irgendwie zu Wünschen übrig
Selbst, wenn du eine umfangreiche Yoga-Garderobe dein Eigen nennen kannst, morgens um 6:30 macht das 250 Euro-Lycra-Outfit auch nichts besser. Überhaupt nichts. Bei mir heißt das: Ich übe in den Sachen, in denen ich nur Augenblicke zuvor aufgewacht bin. Das ist nicht nur äußerst praktisch (Zeit ist kostbar, bevor die Sonne aufgeht), sondern auch wahnsinnig bequem. Jedoch würde ich mich in diesem „Outfit“ (ein wirklich großes Wort dafür) nicht mal hier in Neukölln auf die Straße trauen.

2. Dein Kind übt mit dir
Bei Worten wie „Babyyoga“ oder „Kinderyoga“ denken viele automatisch an schwäbische Bio-Mamis aus Prenzlauer Berg. Ich auch. Und ich habe noch nie aktiv versucht, meinen zweijährigen Sohn für Yoga zu begeistern. Aber wenn man ehrlich ist, gibt es erstaunlich viele Parallelen zwischen Yoga und „Rumturnen“. Denn unterm Strich kriechen, hüpfen und biegen wir Yogis uns auf dem Boden herum wie kleine Kinder mit spirituellem Unterbau. Darum liebt es mein Sohn, mit mir zu üben – vor allem wenn er mir dabei maximal in die Quere kommen kann.

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3. Die Spielsachen deines Kindes üben mit
Das ist kein Witz. Manchmal dreht mein Kleiner seine Spielzeugautos während unsrer Yoga-Runde aufs Dach und sagt, dass die Karren jetzt auch Yoga machen. Car Yoga (denkbar für Bewohner von Car Lofts) halte ich im echten Leben übrigens für eine große Herausforderung in der Verkaufsargumentation, selbst Sharon müsste da wohl erst mal eine Weile überlegen.

4. Du pupst
Pupsen beim Yoga ist wie Pornos anklicken im Internet: Jedem passiert es mal, doch keiner will es gewesen sein. Aber mal ehrlich: Wenn du ganz alleine in einem geschlossenen Raum (gekippte Fenster!) bist und es gibt untenrum einen gewissen Druck – warum zur Hölle nicht? Yoga soll deinem Körper gut tun, also raus damit! Einzige Ausnahme: Karnapidasana.

5. Du fällst ständig hin
Und bringst deine Partnerin damit zum Lachen. Das ist bei mir aber eigentlich etwas Gutes, denn zuhause probiere ich gerne neue Asanas aus und teste meine Grenzen. So unterbreche ich zwar den Flow meiner ausgeklügelten 60-Minuten-Sequenz, bringe mich aber wieder einen kleinen Schritt weiter.

Yogalehrer: Ab jetzt bitte nicht weiterlesen!

6. Du trinkst Kaffee
Generell wird es nicht so gerne gesehen, wenn man während der Yogaklasse etwas trinkt, das hat etwas mit der Inneren Hitze zu tun und mit dem Entgiftungsprozess übers Wasser. Aber manchmal kriege ich meinen Arsch einfach nicht auf die Matte, ohne vorher einen Kaffee zu trinken und manchmal (aber wirklich nur manchmal) nippe ich an eben diesem Kaffee, wenn ich morgens übe. Aber hey, immerhin ist es kein Bier, okay?

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7. Du übst vor der Glotze
Wir reden hier nicht von einem geilen Tutorial auf YouTube oder Online-Yoga auf dem Laptop. Nein, ich meine Yoga und simultanes „Fernsehen“. Ist mir persönlich wirklich noch nicht oft passiert, aber es kam schon vor. Allerdings würde ich das, was ich beim Glotzen dann getan habe, auch nicht unbedingt Yoga nennen, eher ein leichtes Stretching mit Turneinlage. Der Hintergrund ist ganz einfach: Manchmal bin ich mental einfach nicht im Yogamodus, will meinem Körper aber etwas gönnen oder ich will ein paar neue Asanas auschecken. Beides ist in dem Zusammenhang für mich auch vor der Glotze in Ordnung, aber – wie gesagt – Yoga ist das nicht wirklich, eher „Netflix & Padmasana“.

Todsünden oder Totlachen?

So, jetzt ist das mal raus. Wie bereits erwähnt, gehe ich davon aus, dass ich mit meinen kleinen Yoga-Sünden nicht alleine bin. Und bei allen Witzen kann ich weiterhin nur sagen: Yoga ist mir wirklich, wirklich wichtig. Ich lerne so viel Neues und nehme meine Entwicklung sehr ernst. Allerdings habe ich auch unendlich viel Spaß dabei und der muss hier im Blog eben raus.

Namaste.

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